You are currently viewing Kostenkalkulation für die Buchherstellung
Ob wir das bedauern oder nicht: Ein Taschenrechner ist auch beim Herstellen von Büchern unerlässlich.

Kostenkalkulation für die Buchherstellung

Zur Herstellung von Büchern gehört, wie bei der Herstellung anderer Gegenstände auch, ein wirtschaftlicher Aspekt. Die Verlagskalkulation, die auch für Einzelpersonen im Selfpublishing relevant sein kann, ermöglicht es, Auflagenhöhe und Ladenpreis in ein Verhältnis zu den Gesamtkosten zu setzen. Da die Verlagskalkulation insgesamt aber komplex ist, konzentrieren wir uns auf die Druckkostenkalkulation für ein einzelnes Buch.

Wir stellen also keine programmbezogene Kalkulation an, die ein einzelnes Buch in den Kontext eines Verlagsprogramms setzt, sondern beschränken uns auf eine titelbezogene Kalkulation. Ausgenommen sind überdies auch Kosten wie Vertriebskosten, Honorare oder allgemeine Handlungskosten, die Infrastruktur- und Lohnkosten umfassen.

Umfangberechnung 

Zunächst gilt es, den Umfang des Buchs zu berechnen. Eine Normseite umfasst dabei nicht mehr als 1800 Zeichen. Diese Zahl setzt sich aus der Anzahl Zeilen (30) und der Anzahl Zeichen pro Zeile (60) zusammen. Eine genaue Berechnung ist meist nicht im Voraus möglich, sodass eine Schätzung Ausgangspunkt der weiteren Berechnungen sein muss.

Auflagenfixe und auflagenvariable Kosten

Diese Kosten hängen nicht von der Auflagenhöhe ab. Einmalkosten unterscheiden sich dabei von Fixkosten. Die Einmalkosten fallen lediglich bei der ersten Auflage an und umfassen beispielsweise den Satz und die graphische Gestaltung. Die Fixkosten, die Einstellung der Druck- und Bindemaschinen, fallen dagegen bei jeder Auflage an.

Die auflagenvariablen Kosten betreffen das Druckmaterial und die Ausstattung. Dazu gehören beispielsweise die Kosten für das Papier, aber auch die Kosten für die Art der Bindung oder die Gestaltung des Einbands. Diese Kosten fallen für jedes einzelne Exemplar eines Buchs gleichermassen an.

Abb. 1: Die Entwicklung der fixen und variablen Kosten bei veränderter Auflagenzahl.
Abb. 1: Die Entwicklung der fixen und variablen Kosten bei veränderter Auflagenzahl.

Rudimentäre Verlagskalkulation

Die Kalkulation lässt sich prinzipiell aufschlüsseln in die Kosten pro Exemplar oder in die Kosten für eine bestimmte Auflage. Die Errechnung der Auflagenkosten zeigt auf, wie gross der finanzielle Aufwand insgesamt ist. Die Errechung der Exemplarkosten bietet eine Orientierung für die Festsetzung des Preises.

Sollte die Kalkulation für den Verlag ungünstig sein, so stellt sich die Frage nach einer Kostenreduktion. Dabei kommen vor allem die auflagenvariablen Kosten in Frage. Eine aufwändige Bindung zum Beispiel schlägt ebenso zu Buche wie ein grosszügiger Satz, der die Seitenzahl erhöht.

Ein valables Kalkulationswerkzeug, um die Kosten von Druck und Bindung eines Drucks etwa einschätzen zu können, findet ihr im Online Kalkulator der Bookstation in München.

Eine Kalkulation der Kosten beim Selfpublishing unabhängig vom Druck liefert die Self-Publishing-Bibel.

 

Quellenangaben

Literatur:
Hubert Blana, Die Herstellung – Ein Handbuch für die Gestaltung, Technik und Kalkulation von Buch, Zeitschrift und Zeitung, K. G. Saur 1993.
Titelbild:
Ob wir das bedauern oder nicht: Ein Taschenrechner ist auch beim Schreiben und Herstellen von Büchern unerlässlich (Csaba Nagy, https://pixabay.com/de/photos/finanzen-geld-banknoten-m%c3%bcnzen-635805/).
Abbildung 1: Die Entwicklung der fixen und variablen Kosten bei veränderter Auflagenzahl (Hubert Blana, Die Herstellung – Ein Handbuch für die Gestaltung, Technik und Kalkulation von Buch, Zeitschrift und Zeitung, K. G. Saur 1993).

Nimm Kontakt zu uns auf:

tentakeln

Schreibe einen Kommentar