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Tentakel, das Bild für Vernetzung des Kraken Verlags.

Häuserbesetzung und Schriftsteller:innenvernetzung: Der Kraken Verlag (Teil III)

Wie die Besetzer:innen ein ums andere Mal neu anfangen mussten, weil sie aus ihren Häusern vertrieben wurden oder weil zermürbende Selbstorganisation immer wieder in Sackgassen führte, fange auch ich in Leipzig neu an. Zwar bietet Leipzig mir, als Schrifsteller in seinen Anfängen, günstige Wohnräume, wie sie in Zürich nicht mehr zu finden sind, doch fehlt mir der soziale Raum. Weg ist das alte, über Jahre aufgebaute Netzwerk von schreibenden Menschen... Hoffnungen und Träume Der Kraken Verlag ist der…

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Mischa Brutschin, der die Dokumentation zusammengestellt hat, in einem der besetzten Häuser damals.

Häuserbesetzung und Schriftsteller:innenvernetzung: Der Film (Teil II)

Der Zufall hatte regiert, als ich auf die Idee kam, endlich den Film «Allein machen sie dich ein» an einem Stück zu schauen. Und gleichermassen regierte der Zufall, als ich begann, Zusammenhänge herzustellen. Wahrscheinlich hat Schreiben insgesamt viel damit zu tun, diesen Zufällen gegenüber offen zu sein und Verbindungen zu ziehen. Für mich zumindest trifft das zu. Was bedeutet besetzen? Aufgewachsen war ich mit einer ordentlichen Portion Skepsis gegenüber besetzerischen Aktivitäten. Ein obrigkeitlicher Gehorsam und ein bürgerlicher Ordnungssinn…

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Häuser mit ihren Räumen: manche gemeinschaftlich geteilt, manche nicht.

Häuserbesetzung und Schriftsteller:innenvernetzung: Die Vorgeschichte (Teil I)

Also kam ich nach einem Monat in Zürich zurück nach Leipzig. Und das Haus mit seinen vielen Menschen, in dem ich wohne, schien im Chaos zu versinken. Die Strukturen, die wir gemeinsam aufgebaut hatten, bröckelten plötzlich. Kein Gemeinschaftstreffen hatte mehr stattgefunden, der Kühlschrank war leer, das Gas zum Kochen fehlte und als hätte es noch ein Symbol für den Zustand gebraucht, war der Boiler im einen Bad kaputt. Die Rückkehr war eine kalte Dusche im wahrsten Sinn des…

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Zeitungen arbeiten seit eh und je in offenen Räumen, um den Austausch zu erleichtern: Redaktionsraum der New York Times um das Jahr 1920.

Der lange Marsch durch die Institutionen oder Wie ein Text in die Zeitung kommt

Wir wollen uns da keine Illusionen machen. Aber das ist natürlich ein alter Hut. Nein: Es geht nicht darum, dass der Journalismus eingeht, weil das Internet... Es geht darum, dass jeder journalistische Text durch viele Hände geht. Einerseits schärft das einen Text. Andererseits schränkt dies die Meinungsfreiheit ein. Qualitätssicherung Wer schreibt, hängt manchmal in den eigenen Gedanken fest. Wer schreibt, vergisst manchmal einen wichtigen Aspekt eines Sachverhalts. Wer schreibt, macht manchmal auch einfach argumentative Fehler. Verwunderlich ist das…

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Ob wir das bedauern oder nicht: Ein Taschenrechner ist auch beim Herstellen von Büchern unerlässlich.

Kostenkalkulation für die Buchherstellung

Zur Herstellung von Büchern gehört, wie bei der Herstellung anderer Gegenstände auch, ein wirtschaftlicher Aspekt. Die Verlagskalkulation, die auch für Einzelpersonen im Selfpublishing relevant sein kann, ermöglicht es, Auflagenhöhe und Ladenpreis in ein Verhältnis zu den Gesamtkosten zu setzen. Da die Verlagskalkulation insgesamt aber komplex ist, konzentrieren wir uns auf die Druckkostenkalkulation für ein einzelnes Buch. Wir stellen also keine programmbezogene Kalkulation an, die ein einzelnes Buch in den Kontext eines Verlagsprogramms setzt, sondern beschränken uns auf eine…

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Krakenfund bei delirium.

Bei den delirium-Kraken

Das Braun ist einem grünen Glitzern gewichen; und die Haut scheint durchsichtiger geworden zu sein, als könnte man ins Innere sehen. [...] Schreiben ist kein Backen und wird es nie werden; da wird nie mehr zu holen sein als Unerheblichkeit. (Cédric Weidmann) Die Ankündigung der 13. Ausgabe der Literaturzeitschrift delirium (23. April 2021) führt «ungeahnten content» im Schlepptau. Der delirium-Kahn, Planke für Planke aus verschiedensten Hölzern über die Jahre allmählich zusammen gezimmert, zieht ein U-Boot aufs Meer hinaus.…

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Noch ist Anger-Crottendorf nicht gentrifiziert: Die ehemalige Maschinenfabrik Krause.

Clemens klagt

Also: Wir hinken ein wenig der Zeit hinterher. Vielleicht ist die Frage berechtigt: Wieso schreibt ihr über ein Interview, das Clemens Meyer schon Anfang Mai gegeben hat? Sei’s drum. Wir sitzen in Leipzig, Clemens auch. Gerade ist Messezeit, auch wenn sie nicht stattfand. Da taucht dann allerlei auf – wie eben so ein Interview im Kreuzer. Grund genug, auch einmal das literarische Tagesgeschäft zu beleuchten. Der Zeit hinterher Da zeichnet Clemens das Bild eines Schriftstellers, der schon mal…

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Kutschenfahrt zur Buchmesse.

Buchstadt Leipzig

In Leipzig ein Projekt ins Leben zu rufen, das sich der kollektiven Herstellung von Büchern verschreibt, scheint logisch. Als Stadt in der ehemaligen DDR hat Leipzig nicht nur eine kollektive Vergangenheit, sondern als Messestadt auch eine besondere Affinität zum Buch. Leipzig trug sogar als einzige Stadt weltweit die Bezeichnung «Buchstadt». Zwar gibt es im Gegensatz zur DDR die Buchmesse noch. Aber die Zeiten, als Leipzig Deutschlands Drehscheibe des Buchhandels war, sind lange vorbei. Aufstieg: von Luther zu Goethe…

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Setzer bei der Maschinensatzverarbeitung.

Bücher machen: ein kollektives Unterfangen?

Die Vorstellung, dass dem Autor eine besondere Funktion im Produktionsprozess zukommt – nämlich die einzige, die Aufmerksamkeit verdient – ist jüngeren Datums. Es handelt sich um ein Nebenprodukt der literaturromantischen Anschauung, dass bedeutende Schriftsteller einen Bruch mit der Tradition insgesamt vollziehen, um etwas absolut Neues und Einzigartiges, d.h. «Originales», zu schaffen. (Martha Woodmansee)   Ein Buch? – Das ist: Schreiben, setzen, drucken, binden, vertreiben… Meist denken wir heute wohl nicht mehr so. Ein Buch machen: Das ist vor…

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Unterschiedliche Hyperlinkstrukturen.

Autorschaft im digitalen Zeitalter

Wie viele der Millionen Computeranwender können die Namen der Entwickler der Tabellenkalkulation Excel oder des Bestseller-Spiels Myste nennen? Die Produkte selbst sind wichtiger als die Autoren, und diese Produkte stellen Resultate einer hochgradig kooperativen Organisation dar. (Jay. D. Bolter)   Die Zeit der digitalisierten Textverarbeitung und der Verbreitungskanäle des WWW erlaubt eine wesentlich schnellere Verbreitung von Texten als das Zeitalter des Buchdrucks. Alle können, zum Beispiel durch einen Blog, Autor:innen sein und ihre Texte an ein Publikum herantragen.…

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